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Wertebasierte Unternehmenssteuerung

Value Management & Potentialwertanalyse

10. Januar 2018

Englischer Artikel

In wie fern kann Value Management die Entscheidungsprozesse im Unternehmen unterstützen und wertvolle Ressourcen einsparen? Wo sind die Herausforderungen und Lücken im Value Management und wie sehen erprobte Ansätze für die sinnvolle Ergänzung und Optimierung aus? MARKTGUT informiert Sie über das Konzept, die Entstehung, Herausforderungen und neue Herangehensweisen.

Wieso profitieren Unternehmen von Value Management?

Digitalisierung und Globalisierung führen in vielen Branchen zu immer kürzeren Produktzyklen. Dabei sind es sowohl technologische als auch prozessuale Innovationen, die das Rad des Wettbewerbs immer schneller drehen lassen. Unternehmen, die sich trotz steigender Konkurrenz nachhaltig am Markt behaupten möchten, müssen dementsprechend nach neuen Wegen suchen. Das Value Management ist dabei ein potentialträchtiger Managementansatz, der sich dazu eignet, Innovationen und Synergien in einer Unternehmung zu fördern und damit den Output unter der Prämisse des minimalen Ressourceneinsatzes zu maximieren.

Im Wettbewerb um Innovationen ergeben sich damit entscheidende Vorteile aus dem Value Management, da ein Großteil des Aufwands in die frühen Projektphasen, wie beispielsweise Marktforschung, Produktkonzeption und Produktdesign, fällt und danach stetig abnimmt. Bei der klassischen Vorgehensweise steigt der Aufwand hingegen über die Erprobungsphase bis hin zur Serienproduktion an. Folglich hat VM das Potential, einzelne Projektphasen zu verkürzen und die Einhaltung geplanter Markteintrittstermine einfacher zu gestalten.

Entstehung des Value Managements

Der Managementstil des Value Managements, der auf dem Wert- und Funktionenansatz fußt, hat seine Wurzeln in der Wertanalyse, die in Unternehmen originär dazu eingesetzt wurde, vermeidbare Kosten zu identifizieren und zu beseitigen. Und so war es der US-amerikanische Ingenieur Lawrence D. Miles, der im Jahr 1947 den Weg für das moderne Value Management bereitete, indem er nach einer Möglichkeit für die Kostensenkung beim Einkauf von Massenteilen suchte. Zusammen mit seinem Mitarbeiter M. D. Barrows entwarf Miles in den Folgejahren unter anderem den bis heute typischen Ablaufplan des Value Managements mit seinen charakteristischen Ablaufphasen, wodurch das VM zu einer strukturierten Methode heranwuchs.

Erste Meilensteine erreichte das Value Management in den 1950er-Jahren, als zunächst die US-Navy (1953) und im Jahr 1959 schließlich das gesamte US-Militär auf die Wertanalyse und die Ansätze des Value Managements setzten. Die erfolgreiche Anwendung des Steuerungskonzepts führt dazu, dass es ab 1961 auch im DACH-Raum Fuß fassen konnte, wobei vor allem Organisationen aus der Elektro- und Kraftfahrzeugindustrie auf den von Miles entwickelten Ansatz zurückgriffen. In den Folgejahrzehnten wurde das Konzept über diverse deutsche und europäische Normen erweitert, bis daraus im Jahr 1995 schließlich das moderne Value Management heranreifte, wie es seit dem Jahr 2000 als Europäische Norm verankert ist.

Grundsätze und Mindset

In der Praxis basiert das Value Management auf drei Grundsätzen. Im Fokus steht dabei vor allem das ständige Bewusstsein für die Frage, was Value, also der Wert, für das betreffende Unternehmen überhaupt bedeutet. Um diesen Punkt nicht aus den Augen zu verlieren, kommen Kennzahlen wie Schätz- und Nenngrößen zum Einsatz, die ferner dazu genutzt werden, Prozesse zu überwachen und zu steuern. Der zweite VM-Grundsatz umfasst das bereichsübergreifende funktionale Denken mit dem Ziel, gleichermaßen innovative wie praktikable Ergebnisse zu forcieren. Der Fokus liegt beim Value Management also auf der erzielten Wirkung und nicht auf vorangegangenen Prozessen. Abgerundet wird das VM-Konzept durch die Konzentration auf die angestrebten Ziele, bevor es überhaupt an die Lösungssuche geht.

Ganzheitliche Denkweise mit zahlreichen Anwendungsbereichen

Da das Value Management für die Neugestaltung und Optimierung von Prozessen, Organisationsstrukturen sowie Produkten und Dienstleistungen unter anderem im Hinblick auf Innovationen qualifiziert ist, eignet es sich als branchenübergreifender Ansatz. Es ist daher wenig verwunderlich, dass das Value Management sowohl bei produzierenden Unternehmen als auch bei Dienstleistungsunternehmen, Banken, Versicherungen und sogar in Behörden erfolgreich eingesetzt wird. Nicht zuletzt der Branchen- und Anwendungsneutralität ist es dabei zu verdanken, dass das VM nicht bloß auf der Ebene der Produkt- und Dienstleistungsbetrachtung eingesetzt werden kann. Ferner eignet es sich ebenso gut für die Durchlaufzeitminimierung, die Informationsflussgestaltung, die Optimierung von Transportproblemen und Arbeitsabläufen.

Herausforderungen und neue Ansätze

Die Herausforderung des bestehenden Value Managements ist jedoch, dass die eindimensionale Kostenfokussierung nicht den tatsächlichen Anforderungen des Managements entspricht. Die strukturierte Entscheidungsfindung, vor allem für Investitionen, Projekt- und Budgetentscheidungen bedarf einer zukunftsorientierten Sichtweise. Es besteht oftmals eine allgemeine Aversion gegenüber zukunftsorientierten Potential-Kalkulationen unter Zuhilfenahme von Annahmen und Schätzungen, jedoch finden Schätz- und Nenngrößen auch im etablierten Value Management Ansatz Anwendung. Die konventionellen ROI und Payback Betrachtungen helfen auch nur bedingt bei der Bewertung von Auswirkungen, Effekten und Potentialen von Großprojekten oder Roadmaps. Im Zweifel ist genau dieser Fakt der fehlenden Berechenbarkeit von Effekten aus Digitalisierungsprojekten ein Grund, warum viele Unternehmen dem Fortschritt hinterherhinken und sich vor Digitalen Roadmaps fürchten.

Aus welchem Grund gibt es also noch keine standardisierten, zukunftsorientierten und ganzheitlichen Bewertungsmethoden, um Entscheidungen greifbar zu machen und Priorisierungen vornehmen zu können?

MARKTGUT hat in einer Vielzahl von branchenübergreifenden Kundenprojekte eine Methodik entwickelt, um zukunftsorientierte Entscheidungen mehrdimensional und trotz dessen strukturiert treffen zu können. Diese Methodik eignet sich sowohl für die Priorisierung von Demands in Budgetierungsprozessen, als auch für Kreativ-Workshops zur Ideenfindung und Validierung einzelner Projektvorhaben (…).  Zudem haben wir einen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, wodurch ein Lifetime-Controlling zur effektiven Steuerung ermöglicht wird. Somit haben wir zusammen mit unseren Kunden unter dem Mindset des Value Managements, ein übergreifendes Framework entwickelt, um zukünftig noch zielgerichteter entscheiden zu können.

Kontaktieren Sie uns gerne für Anregungen und Diskussionen.